Ich will unterhalten!

Eine Achtjährige saß verkehrtherum auf einer Bank am Spielplatz. Es war ein kalter Tag im November, es nieselte und ein leichter, aber eisiger Wind wehte um das Kind. Es saß da, hielt etwas Heftähnliches in der Linken und einen Stift in der Rechten, mit dem es schrieb...
Das Heft bestand aus Schmierblättern und herausgerupften Schulheftseiten, die miteinander verklebt waren. Darauf schrieb es kleine gruselige Geschichten über einen verrückten Wissenschaftler und seine Experimente. Angelehnt an einen Film über Dr. Jekyll & Mr. Hyde hatte es "Professor Gruselhirn" in seiner Phantasie entworfen, der mit allerlei Substanzen die unglaublichsten Rezepturen herstellte, die dann zu ebenso unglaublichen Resultaten führten... -

Wohin mögen diese kleinen selbstgebastelten Heftchen geraten sein? Niemand, außer einer Schulfreundin wusste davon. Und auch die wusste es nur deshalb, weil sie mitmachte.
Zeitweilig geriet die Begeisterung des Mädchens fürs Geschichtenschreiben in Vergessenheit. Erst zwei, drei Jahre später griff es wieder zu Papier und Bleistift und schrieb eine kleine Abenteuergeschichte über ein Mädchen und dessen Liebe zu Pferden.

Die junge Autorin war gerade 14, als sie einer Lehrerin diese Geschichte zum Lesen gab. Deren Kritik: "Sehr schöne Geschichte. Aber ich habe oft das Gefühl gehabt, manche Passagen zu kennen. Du hast noch keinen eigenen Stil."
Stil? Sie konnte mit dieser Aussage nicht viel anfangen, war ein bisschen enttäuscht, aber keineswegs mutlos.
Vom Konfirmationsgeld - sie hatte die Hauptschule mit gutem Abschluss verlassen - kaufte sie sich eine kleine Reiseschreibmaschine. Das erste Werk tippte sie von der bleistiftgeschriebenen Vorlage ab. Dieser Mädchenroman landete ein paar Jahre später in den Händen ihrer jungen Schwägerin. Das Manuskript kehrte nie wieder zurück.
Zum Schreiben kam die junge Autorin lange Zeit nicht mehr. Die Handelsschule nahm ihre ganze Zeit in Anspruch. Selbst für die Musik blieb nur wenig Zeit. Nach dem Schulabschluss kam die Berufsausbildung. Statt dem geplanten Musikstudium machte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Heirat. Kinder. Fernstudium für kreatives Schreiben.

Neben Familie, Job und Studium entstanden Kurzgeschichten und ein erster Roman. -

Ob ich meinen Stil gefunden habe?
Ich denke, ja!
Der Verleger eines Internet-eBook-Shops, Jon Henning, schrieb mir, als der Kurz-geschichtenband "Begegnungen" fast fertiggestellt war: "Endlich hast du deinen Stil, deine ganz eigene Sprache gefunden. Wie du schreibst, erinnert mich an "Die Katze" von George Simenon." Keine Ahnung hatte ich, wer Simenon ist und schon gar nicht kannte ich seine "Katze". Aber gerade deshalb war ich stolz auf diese kleine Auszeichnung meiner schriftstellerischen Arbeit durch den Verleger.

Ich schreibe.
Ich bin Schriftstellerin.
Was im Alter von 8 Jahren als Potenzial in mir angelegt war, reifte über die Jahre durch Lesen, Leben, Erfahrungen und viel, viel Übung. Das ist Training mit viel Spaß an der Sache, und deshalb schreibe in ich erster Linie, weil es mir Freude bereitet.

Ich will vor allem eines: unterhalten! 


Ich wünsche mir, dass meine Leser und Zuhörer lächeln, lachen oder staunen, sich entsetzen, ein bisschen mit dem Held oder der Heldin leiden, zittern oder die gezeichneten Bilder träumen - vor allen Dingen möchte ich, dass die Leser das, was ich erzähle, einfach genießen, weil es ihnen wirklich gefällt.

Gern lese ich öffentlich vor, wenn jemand eine Veranstaltung hat, wo meine Geschichten hinpassen. Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine eMail.

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