Einblicke

Einblick in aktuelle Arbeiten:


Nachdem ich so häufig nach einer Fortsetzung der Geschichte "Eine Scheidung wider Willen" gefragt werde, ist es nun soweit: Ich arbeite derzeit daran.
Heute ein paar Zeilen aus dem 3. Kapitel...



© moerschy pixabay.com


Meine kleine Freude über Andreas' Idee, es doch mal mit einem Hausprojekt versuchen zu wollen, sollte nicht lange anhalten. Er saß an jenem Abend noch geraume Zeit über seinem ganzen Papierwust, tippte auf dem Taschenrechner wild herum und raufte sich die spärlich gewordenen Haare. Doch er kam zum immer gleichen Ergebnis: geht nicht! Und er hatte es ja gewusst. Übrigens immer schon.
Ich erinnerte mich an die eine oder andere Diskussion um die Hausidee, in der er meine Argumente nicht wirklich widerlegen konnte, stattdessen fegte er sie mit einem Wutsch kategorisch vom Tisch. Zu wenig Geld, kein Eigenkapital et cetera und so weiter. Ich hielt es für wenig sinnvoll, mich erneut in eine enttäuschende Diskussion zu begeben. Erst recht nicht in meinem Zustand! Die Reizbarkeit regierte mal wieder mein Gemüt, da wollte ich lieber nix riskieren und mein Baby und mich schonen.
Einige Tage später hatten wir einen Termin beim Steuerberater. Andreas hatte seine Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber erhalten und legte immer Wert darauf, die Steuererklärung möglichst flott beim Finanzamt einreichen zu lassen. Schließlich bekam er ja meist einiges von seinen gezahlten Steuern zurück. Mir sollte es recht sein.
Übrigens: von unserem Kind sprach er noch immer nicht.
'Warum sollte er denn auch?', vernahm ich plötzlich eine lange nicht mehr gehörte, aber durchaus bekannte Stimme. Teufelchen meldete sich zu Wort. Na, also da hörte sich doch alles auf, fand ich. Es war doch schließlich ein gemeinsames Kind.
'Hast du ihm das deutlich genug gesagt?', fragte der schwarze Pummel vom Höllenfeuer zickig.
In mir regte sich Unbehagen. Er hatte ja Recht. Wenn ich ehrlich war, fuhr ich einen serpentinenähnlichen Schlingerkurs zwischen dem Akzeptanzversuch, dass Andreas einfach noch Zeit brauchte, um sich an die erneute Vaterschaft zu gewöhnen und der Tatsache, dass er und ich die Situation gemeinsam und vor allem liebevoll meistern müssen. Letzteres sollte ich ihm mal mit Nachdruck klarmachen. Hatte ich ja auch versucht. Allerdings in meiner wenig überzeugenden, weil immer rücksichtsvollen und braven Art zu argumentieren und deshalb mit wenig Erfolg. Ja, und ich gebe zu, dass ich recht schnell resignierte, wenn ich auf den geringsten Widerstand stieß.
'Auf dem Ohr war der Herr aber doch schon öfters taub', schnarrte Teufelchen in seiner unverhohlen knallhart ehrlichen Art und schien – wie ich – schlecht gefusselt. Ich wünschte gerade, ich hätte von seiner direkten Art etwas mehr.
'Kannste haben!', rief er mit vor Eifer blitzenden Kulleraugen vom warmen Feuerchen nach oben. 'Du brauchst ja nur öfter auf mich hören. Ich bin immer da!'
'Was höre ich?' Engelchen meldete sich zur Wort. Derartige Angebote des schwarzen Genossen konnte er ja nicht unkommentiert lassen. 'Also, Christine, bevor du dich mit dem radikalen Terroristen da unten verbrüderst, ziehst du mich wenigstens zu Rate.'
Das hielt ich nach kurzer Überlegung für ein akzeptables Angebot.


Soweit - so gut ... Ich halte euch auf dem Laufenden!

Foto von unsplash (GB) at pixabay



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