Mittwoch

Helmut ist weg


So mag er ausgesehen haben. Foto by Josch13 pixabay.com



Gestern bin ich nicht dazu gekommen, über Helmut zu berichten. 

Hier also kurz etwas über sein Wohlbefinden:
Er war nicht in einen Winterschlaf gefallen, sondern begann ein bisschen herumzukrabbeln an der Stelle, wo sich zwei Stücke vom Insektennetz, die an dieser Stelle etwa 5 cm überlappen, vor dem Fenster befinden. Erst bewegte er offenbar nur die langen Beine, was lustig ausschaute, wenn man es durch die Scheibe beobachtete. Die Scheibe ist kein glattes Fensterglas, sondern dick geriffelt. Helmut schaute hin und wieder aus wie ein riesiges Insekt, weil dieses Glas einen Lupeneffekt hat.

Am Nachmittag hing er ziemlich weit unten kopfüber herum, und ich dachte, es sei eine gute Gelegenheit, die Kamera zu holen. Inzwischen war nämlich auch etwas Leben in die klitzekleine Spinne an der Decke gekommen, die sich etwas Richtung Fenster bewegt hatte. Jetzt konnte ich wenigstens erkennen, dass der runde schwarze Knopf tatsächlich eine Spinne ist.

Das mit der Kamera wurde aber nichts. Ich hatte viel zu viel Arbeit zu erledigen und musste mich alsbald auf den Weg zu den Proben machen (ich berichtete ja davon, dass ich wieder musiziere).

Heute dann - endlich - hatte ich mir Insektenshooting vorgenommen.
Frühstück... Arbeit... Telefon ohne Ende... Arbeit, Arbeit... oh, Fotoshooting, fiel es mir ein.
Helmut mag ein Insekt sein, aber seine Fühler müssen Antennen gewesen sein, denn er las vermutlich meine Gedanken. Möglicherweise hatte er Lampenfieber? Oder einen Hass auf Paparazzi? Jedenfalls, als ich ins Bad ging, um nachzuschauen, wo er denn hängt, war er weg. Einfach getürmt.

Und ich sag noch: "Helmut, es wird heute nass und stürmisch. Du tust gut daran, an meinem Badezimmerfenster hängenzubleiben, um nicht weggepustet oder -geschwemmt zu werden."

Aber so sind sie, die jungen Wilden. Sie haben ihren eigenen Kopf. Weiß der liebe Himmel, wo er hingekrabbelt ist. Vielleicht kommt er ja wieder, wenn es kälter wird. Und vielleicht - vielleicht aber nur - trau ich mich dann, das Fenster zu öffnen, um ihn mit der Kamera zu überraschen.

Die Minispinne hat sich übrigens wieder gerollt und residiert als schwarzer Punkt in der Ecke zwischen Wand und Decke. Möglich, dass sie sich gefürchtet hat, als Helmut sich draußen bewegte. Jetzt ist die Luft für sie wieder rein, und sie schlummert offenbar.

Genug von Insekten. Hat mir einfach nur Spaß gemacht, ein bisschen was zu schreiben.



Spotsrock
macht Bücher schön

und gelegentlich schreib ich was ;-)