Freitag

Liebenswerter Chaot...




Foto von intographixcs (Griechenland) #pixabay.com


... suchte und fand ...  



... Während ich das Bügelbrett zusammenklappte, hörte ich plötzlich ganz leise mein Telefon klingeln. Als ich nach dem Hörer griff, war das Gespräch schon wieder weg, doch die Telefonnummer im Display erkannte ich sofort. „modos_fantasy“ hatte soeben mein Telefon einmal dezent klingeln lassen.
Die Überlegung, ob es für ein Telefonat nun der rechte Zeitpunkt sei oder nicht, erübrigte sich schlagartig, denn ohne eine Sekunde nachzudenken, wählte ich die eingeblendete Nummer mit einem Tastendruck. Ebenso schnell hatte ich ihn am Ohr. Nette Stimme. Eigentlich hatte er gar nicht anrufen wollen, meinte er und wirkte etwas zerstreut.
Dennoch dauerte das Telefonat recht lange, war interessant und lustig gleichermaßen. Dieser noch Unbekannte war mir sehr sympathisch.
Was folgte, war ein lebhafter E-Mail-Austausch am Tag darauf. (7:39h)
„hallo angela, ähm, ... annette ... oder?
bin etwas verwundert, aber das macht nichts. eigentlich hatte ich gestern abend eine einladung ... ich hatte irgendwie das gefühl, ich sollte da nicht hingehen. bin ich ja auch nicht. hatte das aber seltsamerweise schon beschlossen, bevor wir uns begegnet sind ... naja, gedanken kennen ja keine zeit. von daher ist immer alles im hier und jetzt und zugleich schon zukünftig vorbei gewesen ... ups! ... und so was zum frühstück.
ja, du hast wirklich eine sehr angenehme stimme (am telefon ...haha) und wenn du lachst, wird mir warm ums herz. schön, schön ... das spart heizkosten.
ist doch schon 'ne ganze menge für den beginn eines neuen tages ... danke;-), liebe grüße, modo“
Ich antwortete umgehend und sagte, dass auch er ei-ne nette, angenehme Stimme habe. Modo bearbeitete mein Profilfoto und schickte es in einem E-Mail-Anhang. Ein breiter Balken zierte mein Gesicht, so dass es gar nicht mehr zu erkennen war. Modo hatte gemeint, ich müsse mich nicht wundern, dass ich so merkwürdige Ansprachen im Singleforum bekäme, eine fast nackte Schulter und dieser Blick über dieselbe ließen leicht einen verkehrten Eindruck entstehen. Ich amüsierte mich köstlich über die Bearbeitung und schrieb es ihm in einer E-Mail.
Als ich am Abend zu Hause meinen Computer startete, freute ich mich über eine weitere Nachricht:
(19:48h)
„hallo annette,
traum meines arbeitsreichen tages! ich hoffe, du warst mit der bearbeitung des fotos zufrieden? das kam in der antwort nicht so gaaaaaanz deutlich zum ausdruck. dabei hab ich mir solche mühe gegeben, mit der größe des balkens ... das muss ja auch sinn machen, oder?
wenn du also – ich bin irgendwie etwas durcheinander – noch lust hast, mit mir ein zweites gespräch zu wagen, kannst du das ja mal kundtun. ich gedenke mich jetzt in meine dusche zu falten und dort eine stunde im erkältungsbad zu schlafen. ja, ich mach schon mal komische dinge, aber alles nur in ermangelung einer badewanne. man muss auch dauernd warmes wasser nachfüllen. eine leidige geschichte. mich kratzt es im hals. mhm, ... aber so ab neun wäre ich völlig und ganz für dich da. wenn du willst ... ein einmaliges angebot – jetzt zugreifen!
nee, keine panik ... trau einfach deinem gefühl und lass es wirken ... wirk ...wirk ...wirk ... bis später, liebe grüße, modo“
Statt einer Antwort wagte ich gegen Neun einen Anruf und hatte ihn auch gleich am Ohr. Unser Gespräch dauerte sehr lange, war von Offenheit geprägt und von der Erkenntnis, dass wir eine Menge gemeinsam hatten.

Wir waren verabredet. Abends, Schildergasse, Bierbrunnen, 18:30h ...

[kl. Auszug aus "Achterbahn" von AF]

Das kleine unterhaltsame Buch ist erhältlich bei


Achterbahn




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