Mittwoch

Dann machen Sie's doch selbst (3)









Bücher veröffentlichen
ganz einfach und … -


preiswert?




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Wieso gibt es Verlage, die Ihr Buch gerne veröffentlichen würden, Ihnen aber dafür erheblich viel Geld abverlangen. Ich meine, 12.000 Euro wie in meiner Vorgeschichte, sind ja nicht von Pappe. Es gibt kleinere Beträge, aber auch noch viel größere. Manche AutorInnen lassen sich auf so etwas ein, andere schreckt es ab. (Wichtig: Ich spreche hier nicht von den unseriösen Pflänzchen in der Verlagswelt, die es leider immer noch gibt. Und man muss als AutorIn wirklich sehr vorsichtig sein, bevor man sich auf einen Verlag als Partner fürs eigene Buch einlässt. Drum prüfe, wer sich ewig bindet…!)

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was es eigentlich kostet, ein Buch zu veröffentlichen? Was genau steckt dahinter? Wer verdient daran?
Was ist denn sooo teuer?

Das meiste Geld geht für Lektorat, Marketing und Druckkosten drauf. Das ist nun einmal so. Schauen Sie sich in der Bücherwelt mal um, denn es gibt einschlägige Literatur zum Thema. Es tut jedem, der ein Buch geschrieben hat und dieses veröffentlichen will, gut, sich sehr konkret damit auseinanderzusetzen.

Ja, und wie machen das die Selfpublisher-Verlage, fragen Sie zu Recht. Wie kann es bitteschön angehen, dass man für einen Betrag von etwa 99 bis 699 Euro ein Buch auf den Markt bringt? 

Hier ein paar Antworten:

1.     Sie erhalten kein Lektorat / Korrektorat.
2.     Sie bekommen kein Feedback zu Ihrer Story und Ihrem Schreib-/Erzählstil.
3.     Sie müssen sich um die Gestaltung Ihres Buchtextes selbst kümmern.
4.     Sie gestalten einen Buchumschlag, selbst entweder mit z.B. Photoshop, wenn Sie es können oder mit einer Verlagsvorlage, wenn der Verlag das anbietet und Ihnen die Auswahl zusagt.
5.     Es wird keine Erstauflage gedruckt, die dann in die Buchhandlungen geliefert wird. Selfpublisher-Verlage produzieren die Bücher auf Bestellung (Books on demand, Sie wissen schon).
6.     Niemand organisiert Ihnen eine Lesung oder gar eine Lesereise.
7.     Die Werbung ist in der Regel Ihre Sache!

Sie merken, da stehen genau die Dinge drin, die eine Buchveröffentlichung letztlich teuer machen: Lektorat – Marketing – Druckerei.

Nun komme ich zu dem Punkt, den ich gestern angekündigt habe: 
Warum kommt Selfpublishing nicht ohne Lektorat aus?

Es ist immer schön und gut, wenn der beste Freund, eine liebe Bekannte und jemand, den man halt gut kennt und von dem man weiß, der ist gut in Deutsch, Ihr Werk Korrektur liest. Und manchmal lesen es auch alle drei. Das ist auf jeden Fall schon mal besser, als ein Buch einfach ohne jede Fremdkontrolle auf den Markt los zu lassen.

Viel besser ist es, die Aufgabe des Korrektorats einer/m Fachfrau/-mann zu übertragen. Zum Korrekturlesen gehört nämlich einiges mehr als gute Deutschkenntnisse. Beim Korrektorat wird auf sprachliche Stimmigkeit geachtet, stilistische Unsauberkeiten sowie inhaltliche Ungereimtheiten werden beseitigt. Ein Korrektor verfügt über sehr umfangreiches Allgemein- und Spezialwissen.
Ob das bei den drei vorgenannten Helfern gewährleistet ist?

Beim Lektorat wird dann noch einiges mehr geleistet. Das Korrektorat ist Bestandteil des Lektorats. Das Manuskript wird vollständig aufbereitet, der Inhalt auf Stimmigkeit, Stil und (flüssige) Sprache geprüft u.v.m. Der Lektor/die Lektorin beurteilt das Werk auch hinsichtlich der Markttauglichkeit. Er darf am Manuskript teilweise erhebliche Eingriffe vornehmen, wo es notwendig ist und entsprechende Korrekturvorschläge machen. Solche Eingriffe werden mit dem Autor besprochen. Autor und Lektor arbeiten eng zusammen. Manchmal organisieren Lektoren dann sogar Lesungen und/oder begleiten den Autor dorthin.

Lieber Autor, liebe Autorin,

Selfpublishing ist eine tolle Sache!!! Sie erfreut sich nicht umsonst zunehmender Beliebtheit auch bei anderen Verlagen… Ein Buch nämlich, das bereits im Selfpublishing „gut gelaufen ist“, Aufmerksamkeit erregte, hat gute Chancen, in einem anderen Verlag aufgenommen zu werden. Will heißen: Selfpublishing kann der Türöffner zu einem Verlagsvertrag sein mit allen Annehmlichkeiten, von denen fast jeder Autor träumt, um die er sich beim Selfpublishing allerdings selbst kümmern muss.

Voraussetzung dafür ist, dass das von Ihnen als Selfpublisher veröffentlichte Buch eine gute Qualität besitzt. Eine gute Story (oder ein interessantes Fachgebiet usw.), eine weitestgehend fehlerfreie Gestaltung von Text (ggfs. auch Bildern), einen Buchumschlag, der als Hingucker schon Aufmerksamkeit weckt und Ihren persönlichen Einsatz. (Letzteren leisten Sie übrigens auch bei „normalen“ Verlagen, denn: Selbst ist der Autor eigentlich immer und überall.)

Ich könnte mir vorstellen, dass das Ihren „Ich mach das jetzt alles selbst“-Trieb doch etwas dämpft. Möglicherweise hatten Sie sich das doch einfacher vorgestellt. Aber bitte! Bleiben Sie dran und glauben Sie mir, die Mühe, sich einen Lektor oder Korrektor zu suchen, mit dem Sie vertrauensvoll zusammenarbeiten, lohnt sich. Die Kosten schwanken, und zwar ganz erheblich. Machen Sie die Arbeit an Ihrem Buch nicht von den Kosten allein abhängig. Vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand und Ihrem GEFÜHL.

Sie wollen mit Ihrem Buch auf dem Buchmarkt auffallen, sozusagen in Konkurrenz treten mit allen anderen. Dafür sollten Sie nur das Beste tun – von Anfang an...


Was das sein kann, verrate ich Ihnen morgen im 4. Teil dieser Reihe!




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Buchvorstellung: Die Mitläuferin - Ein Leben in zwei Deutschländern

Die Mitläuferin


Ein Leben in zwei Deutschländern


von Astrid Zeven






Ein gutes Vierteljahrhundert ist es her, als aus zwei Deutschländer – DDR und BRD – ein (wieder)-vereintes Deutschland wurde.
„Die Mitläuferin – Ein Leben in zwei Deutschländern“ von Astrid Zeven erzählt die Geschichte von…
„Dörte, die Heldin der Handlung und mediale Erzählerin, steht vor einer, alle bisherigen Dimensionen sprengenden Konfliktsituation, einem Wendepunkt ihres Lebens. Sie erinnert sich, wie alles begann, woher sie kommt, was sie prägte, wie sie aufging in der Zweisamkeit mit einem Partner und zu sich fand, wie sie zusammen mit ihrem Mann alles aufgibt, aufbricht zu nie erfahrenen Ufern und ankommt in einem neuen Leben.
In einer novellistischen Reflexion erzählt sie locker und leicht, naiv und phantastisch über das Leben einer Akademikerin in der DDR, gestaltet ein Frauenbild, das typisch zu sein scheint und den unglaublichen Wandel, der in ihr vorgeht, nachvollziehbar macht. Gleichzeitig vermittelt sie dem Leser plausibel, wie ein selbständiges Leben in der DDR möglich war und doch dazu führte, die DDR zu verlassen. Sie erzählt, wie die Flucht geplant wurde, diese über Ungarn von der Pleiße an die Isar führt und wie sie ankommt in einem anderen Land. Erneut stellt sie sich fremden Herausforderungen, und in atemberaubend kurzer Zeit nimmt sie quasi dieselbe Position ein, die sie in der DDR hatte.
Ihre stolze Zuversicht schöpft sie aus dem ehrlichen Ringen um eine vernünftige, anerkannte Position, egal in welchem Leben, in das sie sich aber immer ganz hineinbegibt, in dem sie sich ständig ändert und doch immer dieselbe bleibt. Bestimmend bei allem ist ihr sicheres Gefühl für Werte, die sie von ihren Eltern übernommen hat, und die Partnerschaft, in der sie lebt.
Die spannend erzählte Geschichte schlägt einen weiten Bogen zurück bis in das Leben ihrer Eltern, lässt das Besondere, Schicksalhafte ihres Lebensweges so im allgemein Menschlichen aufgehen, dass die Konflikte ihrer Anpassung in den unterschiedlichen deutschen Gesellschaften sie immer liebenswert erscheinen lassen.“ 
[Zitat des Vorstellungstextes]
So interessant wie diese repräsentative Zusammenfassung ist das Buch geschrieben. Wer es in die Hand nimmt und zu lesen beginnt, legt es bis zum Schluss nicht mehr weg…
„Die Mitläuferin“ ist soeben im tredition Verlag erschienen:
328 Seiten Hardcover (24,90 €) und Paperback (17,90 €) sowie als eBook (3,90€)

Über die Autorin:
Die Autorin wurde 1948 im Anhaltinischen nahe Magdeburg geboren. Sie studierte Germanistik / Anglistik an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.
Den Großteil ihres beruflichen Lebens in der DDR war sie am Herder-Institut der Universität Leipzig als Lehrerin im Hochschuldienst im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF)tätig.  Als Dozentin für DaF war ihre Aufgabe, Studenten aus allen Ländern zur Hochschulreife zu bringen.
Nach einer ungewöhnlich abenteuerlichen Flucht Anfang Juli 1989 in die Bundesrepublik Deutschland arbeitete sie bis zum Erreichen des Ruhestands 2013 am Goethe-Institut als Sprachdozentin.
Sie lebt mit ihrer Familie in Oberbayern.
„Die Mitläuferin – Ein Leben in zwei Deutschländern“ – ist ihr Erstlingswerk.