Dienstag

Augenblicke und Unendlichkeit

leben besteht aus ungezählten augenblicken
sich aneinanderreihend ineinander übergehend
unendlichkeit entsteht in der intensität
im unvergesslichen nachvollziehbaren
im einmaligen individuellen immer neuen
im wiederkehren und erneut erfahren
einatmen und ausatmen ungezählt
im wissen um die vergänglichkeit
im offensein für kommendes
aufmerksamsein bewusst sein


Montag

ich hab dich gerne


so klar wie sonne mond und sterne
hab ich dich von herzen gerne

ganz finster wird die nacht, wenn
deine fehler ich hasse mit ungeahnter macht
so hell wie der sonnenschein
kann ich mit liebe dir alles verzeih'n

so wütend wie die tobende see
bin ich wenn du tust mir weh
so sanft wie ein wiegenlied
sag ich dir ich hab dich lieb

liebe und hass sind geschwister
sie sorgen für ständiges geknister
zu guter letzt die liebe siegt
der hass an ihre brust sich schmiegt

mein herz das lässt dich nie allein
wird immer gerne bei dir sein
bei tag und nacht im hellen und dunkeln
dir immer die sterne meiner liebe funkeln

so klar wie sonne mond und sterne
ich hab dich für immer von herzen gerne

© 2011-11-12 by af

Zeitgemäß poetisch


Dieses Gedicht ist jenen gewidmet, die niemals müde werden, für andere da zu sein.
Von Zeit zu Zeit sollte jeder "seinem" Engel von Herzen danken.

Engel weinen still

sind mit ihrem schmerz allein
sie lachen, spenden trost
motivieren, stärken, bauen auf
sie lieben von herzen
sie leiden mit ganzer seele

sie sind wunderbar
werden gebraucht
sie sind unsichtbar
und immer, immer da
sie geben, wo eigentlich
nichts mehr ist... doch -

engel schöpfen aus der unendlichkeit
sie heilen herzen mit sanftmut
beseitigen schmerzen mit liebe
bringen licht in alle seelen

engel leiden allein
bleiben oft einsam
ihrer aufgabe verhaftet
unermüdlich - unerschöpflich
wie ihre tränen
die sich verwandeln in kleine perlen

engel freuen sich
mit ihren schützlingen
reisen ständig
sind immer im einsatz
engel werden niemals müde

engel weinen still
lachen leise
weil gott es so will
auf ihre ganz besondere weise
und wenn du einen erkennst
dann bist du reich beschenkt

©Juli 2007 by af / angelika fleckenstein



Mittwoch

Nachtphantasie


Nachtphantasie

Gedanken in den Himmel geträumt,
die Sterne berührt, den Mond geküsst,
die Seele gestreichelt, das Herz liebkost,
den Tag zur Ruhe geleitet...

Den Träumen das Tor geöffnet,
die Sanftmut ins Herz gelassen,
die Seele gewiegt,
die Ruhe aufgesogen....

Die Hände still auf dem Herzen,
den Geist mit schönen Bildern erfreut,
die Augen geschlossen,
die Ängste vergessen,
den Frieden umarmt...

Den Phantasien Flügel geliehen,
hochgeflogen ins Reich der Glücksseligkeit,
mit ausgebreiteten Schwingen durch die Nacht gesegelt
und weich gelandet im nächsten Morgenrot.


© 2011 by af


Das Buch ist erhältlich u.a. bei epubli und amazon.



♥   ♥   ♥

Freitag

AUGENblicke



Wenn sich unsere Blicke treffen,
entsteht eine unsichtbare Verbindung
zwischen unseren Herzen.

 Blicke grüßen.
Blicke fragen.

Bruchteile von Sekunden steht die Zeit still,
wir sind allein.

Blicke streicheln.
Blicke umarmen.

Wärme strömt vom Herzen in den
ganzen Körper

Blicke lächeln.
Blicke verstehen.

Unausgesprochenes Einverstandensein,
tausendmal verständlicher
als Millionen gesprochener
Worte.

AUGENblicke....

♥♥

Gedicht aus dem eBook "Gedichte der Liebe" - © 1997 by af 

Sie können es als pdf-Datei gegen eine Schutzgebühr erhalten. Einfach per eMail anfordern!

Dienstag

Menschen und Straßenverkehr

Gedanken am frühen Morgen unterwegs mit dem Rad zum Job...
Das ist echt zum Kotzen! Da fährste auf dem Radweg, hältst dich an die Verkehrsregeln und dann parken die mit den vier Rädern unterm Hintern ihre Benzinkutschen auf – klar doch! Auf dem Radweg!
Wie selbstverständlich springen sie aus ihren Blechkisten, öffnen schwungvoll die Autotür ohne zu schauen, dass ich da angefahren komme, gucken noch blöde, wenn man ihnen einen fragenden Blick zuwirft und ziehen ihrer Wege. Würden die eine Sprechblase überm Kopf tragen, stünde da zu lesen: Scheiß Radfahrer!
Okay, über meiner Birne hängt dann stets eine Blase mit „Scheiß Autofahrer“, logo!
Sind aber nicht nur die Autofahrer, die einem als umweltbewusstem Radler das Leben schwer machen. Was sag ich? Schwer? Lebensgefährlich! Nämlich die Fußgänger! Achtung, Verletzungsgefahr! Diesen Schriftzug sollten Fußgänger auf einer Armbinde tragen, leuchtendrot, damit wir Radfahrer sofort rot sehen im wahrsten Sinne des Wortes. Vorsicht ist geboten vor verschlafenen Zweibeinern, die unvermittelt zwischen zwei Autos, die an der roten Ampel auf die Grünschaltung warten, hervorgetorkelt kommen, in die verkehrte Richtung linsen und dann beim Kreischen meiner Bremsen erschrocken stehen bleiben. Plötzlich erwacht aus der morgendlichen Träumerei stammeln sie ein verlegen-verwirrtes „t'schuldigung“ und suchen rasch das Weite.
Zehn Meter weiter fluche ich etwas lauter als beabsichtigt. "Blöde Fußgänger! Nachtwächter! Tagträumer! Blindfische!" Ein Radfahrer - schätzungsweise mittelpubertären Alters - vor mir guckt über die Schulter. Die Augen noch verquollen von der viel zu kurzen Nacht an der Spielekonsole.
Die Ampel ist noch grün. Aber leider komme ich an dem nicht vorbei. Der fährt so elendig langsam, dass er kaum auf dem Rad sitzen bleiben kann. Völlig aus der Balance trödelt er schwankend nach rechts und wieder nach links. Wäre viel zu gefährlich, mich an dem vorbei zu mogeln. Außerdem: die Ampel zeigt mittlerweile rot. Ist also eh wurscht.
'Na warte, Bürschchen', denk ich und kneife meine Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. Wenn die Ampel sich anschickt grün zu werden, düs' ich an dir vorbei, dass du nur noch einen Kondensstreifen siehst, verpennte Göre!
Kann der Gedanken hören?
Er dreht sich nämlich um und schaut mich böse aus dem Augenwinkel an. 'Wat will die denn?' scheint er zu denken. 'Scheiß Schule. Fuck! Ich bin müde, ich will Ferien.' Wie 'ne Sprechblase, nä? Ist mir aber ganz egal. Die Ampel springt auf grün und bevor der Knilch das geschnallt hat, bin ich an ihm vorbei. Siehste, Schülerlein! So geht das! Und endlich, endlich, endlich hab ich freie Fahrt zum Job!
So ärgere ich mich an manchem Morgen mehr oder weniger über Rüpel, Trödler und Träumer im Straßenverkehr, ganz gleich ob mit vier oder zwei Rädern unterm Allerwertesten.
©2007 by af

Sonntag

Unbeirrbar -

♫ ♪...


 „Unbeirrbar einen Weg verfolgen, ohne das Ziel zu kennen.“

„Jedem das Seine
und das, was er braucht.
Jedem das Seine
und das, was er sich erwählt.“ 


[Zitat aus "Welten der Seele" / Varda Hasselmann - Frank Schmolke; erschienen im Goldmann-Verlag]


♬♫♪♩

Montag

Regenbogen & Leben






Hast du je einen Regenbogen
wirklich geschaut?
Hast du die Schönheit dieses Wunders
gefühlt?

Seine leuchtende Farbenpracht,
die Gleichmäßigkeit des Bogens,
seine Unendlichkeit,
denn sein Ende ist unerreichbar.

Sein Leben hängt von der Sonne ab
und vom Wasser,
wie das unsere.

Wenn die Sonne verschwindet und das Wasser,
vergeht der Regenbogen,
verblasst und stirbt allmählich.

Der Regenbogen kehrt jedoch wieder.
Und das Leben?

Schaue es täglich wie ein wunderbares Geschenk,
fühle seine Sonne, sein Wasser und
sein Licht wie seinen Schatten.
Es ist einzigartig.


© 12.3.98 by af



Sonntag

Einfach zum Nachdenken

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen.
Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.

[Wilhelm Busch]



Dienstag

Gegenwart

Die Gegenwart ist kein Zeitraum.
Sie ist ein Zeitausschnitt nur, einem Wimpernschlag ähnlich.
Die Gegenwart ist der Übergang von Vergangenheit zur Zukunft, denn jeder Moment, der sich gerade ereignet und für kurze Zeit gegenwärtig ist, wird sofort Vergangenheit.
Der nächste Moment ist schon Zukunft und im übernächsten ist diese Zukunft gleich nach der Gegenwart wieder Vergangenheit.

© 2008 by af

* * *

Zu viel Gefühl

Es hat mir nie jemand erklären können, aber gesagt haben sie es alle. „Du investierst zu viel Gefühl.“ Ich meine, wie kann das möglich sein? Wie viel Gefühl ist zu viel? Wie viel ist genug? Und bei wie wenig bin ich vor einer schmerzhaften Enttäuschung geschützt?
Wenn ich liebe, liebe ich ganz oder gar nicht. Gefühle lassen sich nämlich nicht in Gramm und Kilo wiegen, es gibt überhaupt keine Maßeinheit dafür. Eigentlich ist es niemals genug und schon gar nicht zu viel.

* * *

Samstag

Das Leben ist eine interessante Reise

Das Leben ist eine Reise...


Wie wird es aussehen, mein Leben ... demnächst?
Wer und was wird mich [weiter] begleiten? Wer und was bleibt zurück? Welche Menschen spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben - wer oder was wird mir das Wichtigste sein? Wohin führt mich diese Lebensreise? An andere Orte - physisch, psychisch und intellektuell?
Konturen zeichnen sich bereits schemenhaft ab. Vieles liegt noch im Dunkel - als Ahnung dessen, was sich entwickeln wird auf dem Weg. Es ist wieder einmal an der Zeit, den Inhalt meines "Reisegepäcks" zu inspizieren, den Rucksack für die weitere Reise umzupacken und ihn vor allen Dingen leichter zu machen... gelassenes Nachdenken und Gewissenhaftigkeit sind dabei jetzt gefragt. Zielstrebigkeit, Bewusstheit und Aufmerksamkeit sind meine steten Begleiter...

* * *


Freitag

Die Folgen einer Fügung


Das wär's

Wäre ich nicht, die ich bin,
wärst du nicht in meinem Leben.
Wärst du nicht, der du bist,
wäre ich nicht in deinem Leben.
Und wären wir
einander nie begegnet,
wäre nicht,
was ist.

Das wär's!

©2008 by af 

* * * 
 

Mittwoch

Engelstränen



wenn ein engel tränen weint
die welt zu versinken scheint
jede träne ist ein edelstein
wird auf erden ewig sein

wenn ein engel tränen weint
das herz zerbrochen scheint
der augen glanz verschwunden
die seele arg geschunden

der tränen bald genug geweint
ein engel dann getröstet scheint
die sonne wieder vom himmel lacht
die seele wieder heil gemacht

und findest du einen edelstein
dann kannst du sicher sein
ein engel hat ihn geweint
damit sein licht in dein herz scheint

heilen wird es deinen schmerz
besänftigen das trauernde herz
licht bringt es in dein leben
nach liebe wirst du streben


© September 2007 by af


* * *


Dienstag

Mr. George Clooney

Jeden Morgen laufe ich den Weg vom Heumarkt die Schildergasse hinauf zu meinem Büro. Die Schildergasse ist sonst unheimlich voll mit Menschen auf dem Weg vom oder zum Shopping. Vor der Ladenöffnungszeit allerdings sind dort bis auf ein paar noch unausgeschlafene Zeitgenossen auf dem Weg zum Job, zur Uni oder zur Schule beinahe nichts los.
Jeden Morgen erwartet mich dort ein Mann. Ein Mann, von dem man sagt, er sei außergewöhnlich männlich und wirke enorm erotisch. Ein Charmingboy erster Klasse! – Na, auf jeden Fall ein Star und meistens Single: George Clooney.
Ich gebe ja zu, er hat was – irgendwie. Sanfte Augen, das Grübchen am Kinn, ein smartes Lächeln um die Mundwinkel und einen Blick... ja, auf Papier! Er klebt zwischen Esprit und Sportscheck auf einer Holzwand und wirbt... für... ich weiß es gar nicht. Ein Foto von der Kamera produziert und auf Papier gedruckt. Eingerollt, aufgerollt und mit Kleister auf das Holz gepappt, noch ein, zwei mal mit dem Quast drüber gekleistert, damit er nicht von der Wand rutscht und fertig! Und das Lächeln vergeht ihm dabei nie.
Wie kann der ewig so gucken, frage ich mich. Immer der gleiche unbewegliche Ausdruck mit dem angedeuteten Lächeln. Vielleicht ist auch das Lächeln angekleistert, sinniere ich, als ich auf ihn zugehe. Und ich gucke heute mal genauer hin, versuche, ihm in die Augen zu schauen. Aber der guckt ja gar nicht richtig. Ich kann ihm nicht in die Augen sehen. Ich versuch es wieder und wieder, ich lächle sogar, aber – nix. Da pappt er auf der Holzwand und glotzt: smart, sanft und charmant.... doch er erreicht mich nicht.
Hinter ihm hat man das Haus mit einem Gerüst verstellt, vorne eine Plane vom Dach bis zum Boden gezogen und von drinnen ertönt täglich ein Höllenlärm. Wie hält George Clooney das aus?
Auf einer Seite des Gerüstes fehlt ein Stück Plane und da stehen Bauarbeiter herum, lässig ans Geländer gelehnt, sie rauchen und quatschen. Sie gucken, ich gucke. Sie lächeln, ich lächle auch. Aber ich lächle nicht wegen ihnen, sondern immer noch von meinem Clooneyanlächelnversuch. Einer der Arbeiter winkt freundlich, ich nicke. Dann reden sie miteinander, einer pfeift von da oben herunter und dann lachen sie alle, als ich mich umdrehe und mitlache. Clooney lacht nicht mit, klebt stumm und reglos an der Holzwand.
Das auf dem Gerüst oben, das war lebendig: Staubverdreckte fleißige Arbeiter bei einer Morgenzigarette auf dem Baugerüst, die einer Frau hinterher gucken und sich amüsieren – worüber auch immer. Ich geh mit einem amüsierten Lachen weiter.
Georgieboy verblasst durch Wind und Wetter allmählich auf seinem Plakatpapier. Täglich wird er transparenter. Er muss trotzdem immer smart, sanftäugig in die Kameralinse gucken, auf der Holzwand kleben und Tag und Nacht verweilen. Lächelnd. Kein bisschen lebendig, nur mit Kleister plattgeklebtes Papier, wie eine Tapete.
Armer George Clooney. Ob er gern ein Arbeiter auf dem Baugerüst wäre? Lachend, locker, lebendig?          [©2007 by af]

Die Baustelle war irgendwann verschwunden. Keine Ahnung, wann. Jedenfalls fehlte auch die Holzwand und natürlich der unablässig lässig lächelnde Georgieboy Clooney. Abgerissen, abgekratzt? Wie auch immer.
Ich dachte, nun ist er erlöst von seinem Plakatedasein in der Schildergasse, aber... ACHTUNG: CLOONEY is back!
Ahnungslos tapse ich vor ein paar Tagen aus der Hohe Straße in die Schildergasse und fühle mich urplötzlich beobachtet. Wie denn? Wo denn? Was denn? - Aha! Aus der ersten Etage gleich über einem Uhren-Schmuck-Geschäft lächelt mich smart ein überaus sympathischer Mann an. Sanfte braune Augen, dieses gewisse Etwas im Blick, das Grübchen am Kinn, das ganz dezent angedeutete Lächeln. Mhm mhm, durchaus mein Typ. Und dann erkenne ich ihn: GEORGE CLOONEY is back!!! Nun trägt er eine Omega-Uhr... (trägt er sie wirklich auch im ganz realen Leben???)
Jetzt klebt er hinter Glas. Sauber, ganz und gar glatt hinter einer großen Fensterscheibe. Sicher geschützt vor der Unbill des Wetters und den diversen Hitze- und Kälteschüben unseres Breitengrades blickt er scheinbar wieder jede und jeden mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck an. - Und kaum einer nimmt ihn wahr.
Immerhin hat er es eine Stufe nach oben geschafft und seine Situation verbessert, stelle ich vor mich hin grinsend fest. Zwar kann er immer noch nicht mit den Männern von der Baustelle auf dem Gerüst einen Kaffee trinken (aber er trinkt ja ohnehin „Nespresso“..., und die Jungs auf'm Bau haben so eine Maschine nicht) und leider kann er keine noch so hübsche Frau mit mehr als seinem unnachahmlichen Lächeln ansprechen..., sofern ihn eine da oben entdeckt. Aber er bleibt dort zumindest trocken, gleichmäßig warm und - grinsend wie eh und je an der Scheibe pappen. Ich finde immer noch, dass er schaut, als würde er gern etwas anderes lieber tun...       [© 2009 by af]

Aktueller Nachtrag: Clooney ist umgezogen! Er thront jetzt – immer noch erste Etage – nebenan. Uhren-Schmuck ist wohl out (vielleicht hat er keinen neuen Werbevertrag erhalten?). Jetzt jedenfalls lächelt er bei „Nespresso“... - ob John Malkovic da auch „wohnt“? Ich werde berichten, wenn ich es in Erfahrung gebracht habe.     [© 2011 by af]



* * *


Blick zurück mit einem Lächeln - endlich!


Es ist nicht einfach, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Es geht nicht, einfach zu sagen: vorbei ist vorbei, denn manches holt uns immer wieder ein, wiederholt sich.
Es geht, wenn man Schmerzvolles doch noch einmal erinnert, fühlt und - loslässt.
Und so fühle ich mich heute freier denn je. Endlich ist Frieden in mir mit allem und jedem.
Ich blicke zurück mit einem Lächeln, ich erinnere das Gute, Schöne und Liebevolle, was das Leben mir bisher schenkte.
Ich schaue nach vorn, kremple gedanklich meine Ärmel hoch und mein Blick wird zuversichtlich und entschlossen, wenn ich an die Herausforderungen ebenso wie das Gute, Schöne und Liebevolle denke, das mich erwartet... es ist spannend...

... und der Blick ist so weit --->>> ... gute Aussichten...



© 2011 by af


* * * 


Samstag

Die Sonne im Eierbecher







"Für dich...", mit diesen Worten erhielt ich gestern dieses kleine Geschenk überreicht.
"Dankeschön", sagte ich und fühlte dieses wunderbare Prickeln von Freude in meinem Bauch. "Das ist ja ein Stück Sonnenschein..."
Für ein so kleines Blümchen gibt es leider keine Vase in meinem Haushalt. Ich nahm also einen Eierbecher, füllte ihn mit Wasser und setzte das Gänseblümchen hinein. Den ganzen Tag erfreute ich mich am Strahlen dieses kleinen Sonnenscheins. Gestern Abend schlossen sich die zarten Blütenblättchen wie zum Schutz über den goldgelben Blütenkern, so als wollte das Blümchen schlafen... Heute früh schien am Himmel leider keine Sonne. Der Himmel war bedeckt.
Auf meinem Tisch jedoch strahlte die Sonne im Eierbecher in Gestalt eines hübschen Gänseblümchens, dessen Blütenblättchen um den leuchtend gelben Kern sich wieder entfaltet hatten. Ich habe das Gefühl, Petrus schaute heimlich durch mein Fenster. Sicher hat er gelächelt wie ich... und schiebt nun seit einer Stunde die Wolken am Himmel beiseite.
Jetzt scheinen zwei Sonnen um die Wette - die große am Himmel und meine kleine im Eierbecher. In diesem Sinne wünsche ich allen einen sonnigen Tag - draußen und drinnen!


[© 2011 by af]


* * *
 

Montag

(M)ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit

 
Drei wesentliche Faktoren beeinflussten meine persönliche Entdeckung einer inneren Freiheit:

  1. Nein sagen
  2. Sokrates
  3. Vertrauen im Angesicht aller Möglichkeiten

Vielleicht könnte ich sagen, dass das Finden der eigenen Mitte dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit vermittelt? Vielleicht ist es auch umgekehrt? Dass man nämlich aus dem Gefühl der Freiheit ein Empfinden der Mitte verspürt? Mitte mitten im ganzheitlichen Sein?
Au weia! Das ist ja vielleicht kompliziert. Es ist tatsächlich schwierig, dieses Gefühl in Worte zu fassen. Außerdem ist es meine ganz subjektive Erfahrung, und ich muss einschränkend anmerken, dass mit 100 %iger Sicherheit jeder Mensch anders empfinden wird. Wird er, und ist es wirklich so kompliziert? Merken Sie was? Ich stelle meine eigenen Überlegungen in Frage...
So hat das einmal angefangen. Hinzu kam, dass ich meinem Gefühl folgte, wenn es mir Zweifel einflößte, ob ich etwas wirklich will oder nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich den allergrößten Teil meines Lebens zu jenen Menschen gehörte, die in vorderster Reihe »hier« schrien, wenn es um die Verteilung dicker Verantwortungspakete ging. Verantwortung? Bitte hier zu mir! Ich kann alles, schaffe alles und werde es erledigen, noch bevor jemand überhaupt den Wunsch geäußert hat. Hellsehen war auch so eine wunderbare Fähigkeit, zu der ich irgendwann einfach keine Lust mehr hatte. - Ich spürte immer mehr Widerwillen und fragte mich, ob nicht auch andere etwas tun können und ob denn wirklich ich immer das einzig Richtige zu tun wusste. Und so lernte ich allmählich nein zu sagen. Und wissen Sie was? Es tat mir gut.
Andere Situation: während ich mich meistens bei manchem Problem in Spekulationen und Vermutungen verstrickte, die mir das Hirn zermarterten und seelisches wie körperliches Unbehagen verursachten, fand ich für bestimmte Fragen keine Antworten. Im Spekulieren und Phantasieren kreiste ich mutwillig um mich selbst, ohne zu schlüssigen Erkenntnissen zu gelangen. Das führte so weit, dass ich mich sogar darin versuchte, für andere zu denken, um sie berechnen zu können. Dabei unterstellte ich ihnen dies und das, meist Negatives. Ich wollte immer auf den nächsten Schlag vorbereitet sein, jedem potenziellen Angreifer zuvor kommen. Ich nahm Geschehnisse vorweg, erwartete nicht das Beste und handelte oft voreilig getreu dem Glauben: wenn ich es nicht tue, wer dann? Leider zerstörte ich dabei z.B. Beziehungen, die bei anderer Betrachtungs-, Denk- und Handlungsweise durchaus eine Chance gehabt hätten zu werden.
Ich begann, meine endlosen Denkwirbel zu unterbrechen, indem ich zunächst einmal nein! sagte und damit den Wirbel stoppte. Dann begann ich, mir jeweils die Gegenfrage zu stellen, meine Überlegungen in Zweifel zu ziehen oder ich schickte sie gar ins Land der Absurditäten. Es macht wirklich Spaß, Sie sollten es mal versuchen.
Woher rührt denn da das »unbeschreibliche Gefühl von Freiheit«? Ja, ja ich komme schon noch darauf, Sie müssen sich schon gedulden bis zum Schluss.
Also nein sagen war der Anfang. Das braucht Übung. Das braucht auch ein bisschen Mut. Ab und zu stoßen wir nämlich, ob wir wollen oder nicht, jemandem damit vor den Kopf, wenn wir nein sagen. Aber meine Befürchtung, dass dann der- oder diejenige das Weite sucht und mich verflucht, die trat nicht ein. Es kam fast immer ganz anders. Ja, es entwickelte sich sogar hinterher positiver als zuvor.
Ich empfand zunächst einmal Freiheit darin, überhaupt jederzeit die Wahl zu haben.
Mit den Gedanken ist das ebenso. Was sind Gedanken anderes als bloße Konstrukte unserer (manchmal) blühenden Phantasie? Sicher hat jeder schon die Entstehung von Gedanken aus Gedanken erlebt, oder? Eigentlich haben wir unseren Verstand als Kontrollinstanz; er tritt immer nur dann in Aktion, wenn wir ihn einschalten wollen oder müssen. Hin und wieder ist das notwendig, und ich muss hier nicht auf Einzelheiten eingehen. Wenn unser Verstand aber übermächtig agiert, weil die Kommunikation mit der Bauchzentrale unterbunden wird, entstehen diese grässlichen, gefährlichen Gedankenkarussells, denen nur schwer zu entrinnen ist. Also halten Sie Ihren Verstand in Schach! Der darf nur reden, wenn er gefragt wird!
Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mich nur auf das beschränken kann, was ich wirklich weiß. Was ich wirklich kenne, sind meine Gefühle in einer Angelegenheit und ein paar klar vor Augen stehende Fakten. Mehr nicht. Der Versuch, auch für den oder die anderen denken oder gar entscheiden zu wollen, muss kläglich scheitern. Wir sind alle Individuen, jeder einzigartig. Vor allen Dingen aber sind die anderen ganz anders als ich.
Müsste ich eigentlich zu den oben genannten Punkten noch die »Akzeptanz des Andersseins« hinzufügen. - Aber ich will ja hier kein Buch schreiben, sondern nur einen ganz kleinen Ausschnitt dessen, was für mich zu diesem phänomenalen Freiheitsgefühl führt.
Da sind wir wieder beim Thema. Und Sie drängeln immer noch, um dahinter zu kommen, wie das funktioniert. Halten Sie die Füße still, ich komme noch zum Schluss.
Mit dem »nicht wissen können« landete ich beim alten Sokrates.
Zitat: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.«
Vielleicht kennen einige von Ihnen den Spruch. Früher mal hab ich drüber gelächelt und dachte, na ja, der olle Philosoph konnte zu seiner Zeit schließlich nicht alles wissen. Aber es braucht wohl mehr Auseinandersetzung mit den Worten dieses wirklich weisen Philosophen, um den Satz in seiner Gesamtaussage zu verstehen.
Ich empfehle Ihnen folgende Übung: wenn Sie mal gedanklich um ein Problem kreisen, das Sie mit einem anderen Menschen oder System haben, sagen Sie sich genau den Satz. »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« Beobachten Sie, was in Ihnen passiert. Ich sage Ihnen aber auch gleich, dass das nicht auf Knopfdruck funktioniert, sondern Übung braucht.
Der Satz jedenfalls durchbricht nach dem Nein-Sagen zunächst mal den emotionalen Stress oft sinnloser Grübelei wohltuend, das werden Sie bemerken.
Wie? Sie fühlen sich deswegen jetzt nicht freier? Hab ich gesagt, dass ich hier ein Patentrezept anbiete? Nein, wir bleiben hübsch bei meiner ganz persönlichen Erfahrungs- und Betrachtungsweise...
Nun jedenfalls ist erst einmal Ruhe eingekehrt in unserem Innern. Ich meine, zumindest in meinem und vielleicht im Laufe der Zeit auch in Ihrem.
Es braucht wieder einige Zeit, um Erfahrungen zu machen. Nämlich die, dass das Loslassen der Gedankenkonstrukte zu der Einsicht führen kann, dass ich im Grunde genommen nur wenig (manchmal sogar gar nichts) weiß. Wissen Sie, was daraus resultieren kann?
Furcht. Es wird nach der kurzen Ruhe, die eintritt, ein bisschen schwammig in der Magengrube. Fühlt sich ungefähr so an, als wäre man eben aus dem Flieger gehopst und betet, dass man rechtzeitig die Reißleine findet. Bis dahin plumpst man aber im freien Fall einem ungewissen Schicksal entgegen...
Hier kommt das Vertrauen ins Spiel.
Ich erkannte, dass von wenigstens zwei möglichen Varianten meiner Erwartungen oder Befürchtungen jede so möglich wie unmöglich ist. Ferner wurde mir klar, dass ich genau das nicht beeinflussen kann. - Es ist wahrlich schwer, das Menschen zu erklären, die davon überzeugt sind, alles steuern zu können, weil sie Herr über sich und ihr Schicksal zu sein glauben. Ich will es dennoch weiter versuchen.
Zunächst einmal machte mir der Gedanke wirklich Angst. Gerade ich, die stets ihre Pfoten an allen Hebeln hatte und immer auch den Mut zu handeln, sollte keinerlei Einfluss nehmen auf das Geschehen des morgigen Tages oder der nächsten Monate? Tatsache ist, dass ich mit dem Loslassen keine Hebel mehr in den Händen hielt. Sie erinnern sich: ich hatte nein sagen gelernt und war aus der ersten Reihe abgetreten, ich hatte mich selbst in meinem Denken in Frage gestellt und ich hatte mich anvertraut.
Anvertraut dem Leben! Und da war sie, meine Erkenntnis.
Vertrauen in das Leben. Vertrauen dahinein, dass im Leben das meiste für uns so bereitet ist, wie es richtig ist. Mit dem Leben fließen, der Intuition vertrauen, anderen Menschen vertrauen und dem Drang widerstehen, sie nach unseren Vorstellungen zu lenken und zu manipulieren, damit die Dinge nach unserer Nase und in unserem Tempo laufen.
Vertrauen im Angesicht aller Möglichkeiten... - und das Beste erwarten. Das bedeutet, die Gedanken zu kontrollieren, ihre Qualität sollte positive Energien haben. Letzteres wurde mir auf meinem Weg Reiki oft gesagt, noch öfter geübt und ich dachte, ich würde es beherrschen. Um die Gedanken zu beherrschen, muss man üben. Und was bedeutet denn „das Beste“? Dazu muss man sich ganz nüchtern vor Augen führen, dass das Beste nicht immer das sein kann, was wir für das Beste halten, sondern das, was das Leben für das Beste hält. Erst ganz am Ende unserer Einsichten steht, dass das, was uns widerfuhr, das Beste ist oder war.
Meines Erachtens liegt der Schlüssel in der Akzeptanz. Von vornherein auch die Möglichkeit zu sehen, dass das weniger Schöne sich realisieren kann, braucht Akzeptanz. Akzeptieren nämlich, dass es Dinge gibt, die wir einfach nicht ändern können und hinnehmen müssen. Eine optimistische Einstellung lässt uns das Gute daran erkennen und führt uns auf den Weg, unsere eigene Position so zu verändern, dass letztlich das Beste für uns daraus entstehen kann.
Vielleicht ist das die Sichtweise eines geradezu professionellen Optimisten wie ich einer bin. Irgendwer hat mir das, glaube ich, in die Wiege gelegt. Es ist mein Leben lang meine ganz persönliche Überlebensstrategie: ein gesunder Optimismus! Dabei finde ich in allem, was mir widerfährt, den Sinn und das Gute für mich und meinen Weg.
Aus all dem jedenfalls, resultiert für mich das wunderbare Gefühl von Freiheit.
Nichts muss, doch alles kann. Und so wird mein Vertrauen nicht enttäuscht, denn in der Erwartungslosigkeit, welche von zwei oder mehr Möglichkeiten nun real wird, liegt eine unbeschreibliche Ruhe. Einfach nichts tun zu können und/oder zu wollen, kann sehr wohltuend sein. Außerdem wird dieses Empfinden gestärkt durch die positiven Erfahrungen, die ich seit einiger Zeit damit mache.
Wenn dieses Gefühl... oh jaaa! Ich darf eines nicht vergessen zu erwähnen!
Dieses unbeschreiblich schöne Gefühl ist natürlich kein Dauerzustand. Das sollten Sie sich auf einem Post-It an den Garderobenspiegel, den Küchenschrank, auf den Nachttisch und das Frühstücksbrettchen pappen. Es ist vielmehr ein besonderer Augenblick, der je nach Intensität mal länger mal kürzer dauert.
Wenn also dieses Gefühl eintritt, spüre ich mein Innerstes ganz weit und hell werden. - Glauben Sie bitte nicht, dass ich spinne. Das fühlt sich wirklich so an. Wenn es bei Ihnen anders ist, okay. Jedem einzigartigen Individuum das Seine! - Gedanken fließen ruhig, werten und verurteilen nicht. Dann ist da dieses Lächeln, das ich im Herzen fühle und das meine Augen zum Leuchten bringt. Das habe ich nicht selbst gesehen, sondern das haben mir andere Menschen gesagt. Und ich genieße diesen besonderen Moment so intensiv, dass für eine Weile die Zeit nicht existiert. Dieses Gefühl lässt mich leicht an meine Aufgaben herangehen, offen auf jeden Menschen zugehen. Ich lehne mich an das Leben an, gebe mich hin seinem Fluss. Keine Sorge, ich kann paddeln und schwimmen, falls nötig, und ein Ruder habe ich auch zur Hand. Sich dem Leben anzuvertrauen und mit innerer Ruhe und Gelassenheit den Dingen beim Werden zuzusehen ohne selbst Einfluss nehmen zu müssen, bedeutet nicht, dass man die Hände in den Schoß legt, weil sich alles so hübsch von alleine dahin bewegt, wohin wir letztlich wollen sollen. Konkrete Ziele sollen wir dennoch haben.
Die Ziele lassen sich leichter verwirklichen, wenn wir uns anvertrauen. Wenn wir unserer Intuition vertrauen und uns hingeben an die Entwicklungen und nur eingreifen, wenn uns unser Gefühl in Zusammenarbeit mit dem Verstand dazu rät.
Das wunderbare Gefühl der Freiheit hat ganz viel mit »Loslassen« zu tun. Aber dazu äußere ich mich demnächst, denn es ist ein großes Thema. Für heute ist das, was Sie gelesen haben, erst einmal genug. Ich hoffe, ich habe Ihnen ein bisschen verständlich machen können, was ich unter dem wunderbaren Gefühl der Freiheit verstehe.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die einzige Freiheit, die es wahrhaft gibt: Ihre ganz eigene innere Freiheit.

Herzlichst,
Angelika Fleckenstein

©2009_08_07 by af